Rolex

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Zeitmessungen werden heute atomgenau erledigt, mit GPS-Satelliten-Navigation gemessen, an Handys geschickt und über Computer-Datennetze verteilt. Wozu braucht man also noch eine Armbanduhr - womöglich sogar eine mechanische? 61 Jahre ist es her, dass ein Flugzeug, die Bell X1, zum ersten Mal die Schallmauer durchbrach. Und schon damals hätte man auf eine Armbanduhr verzichten können, sagt der Pilot und heutige General Charles ,,Chuck” Yeager: „Es ging nur darum, das Ziel zu erreichen.” Aber schon bei seinem schallschnellen Flug seien die Messungen vom Boden aus gemacht worden, wie er sagt.

Auch beim Segelsport verlassen sich die Profis auf elektronische Zeitmessung via GPS-Satelliten. Im Americas Cup der Segler werden die Positionen kontinuierlich per Sender im Bootsrumpf überprüft. Trotzdem sieht man an den Armen der Aktiven robuste Armbanduhren. Segler wie der berühmte Paul Cavard tragen einen speziellen Yachttimer, Taucher neben ihren Armbandcomputern wasserdichte Uhren, und sogar Yeager trug eine Armbanduhr. Und bei Profis kommen diese Modelle bis heute häufig von der Schweizer Manufaktur Rolex. Rolex-Uhren waren schon bei Raumflügen dabei. Sie halfen, den Mount Everest zu bezwingen und tauchten ab in die Tiefen des Mariannengrabens. Sie sind seit jeher überall dabei, wo es höher, schneller und weiter gehen soll. Und zu Recht. Denn die 100 Jahre alte Firma war einer der entscheidenden Wegbereiter für die Armbanduhr, wie wir sie heute kennen.

Firmengründer Hans Wilsdorf, Sohn eines Kulmbacher Eisenwarenhändlers, hatte nicht nur als erster die Idee, ein zuverlässig wasserdichtes Uhrengehäuse zu entwickeln, sondern auch seine Uhrmacher angetrieben, einen automatischen Aufzug zu entwickeln, damit häufiges Ziehen der Krone nicht die Wasserdichtheit gefährdet. Außerdem trieb Wilsdorf die Genauigkeit von kleinen Uhrwerken in bis dato nie gekannte Spitzen. So richtig aufmerksam wurde die Öffentlichkeit auf den Namen Rolex aber erst durch einen ausgefallenen Marketing-Coup im Jahr 1927: Damals wollte eine Engländerin den Ärmelkanal durchschwimmen. Und das war für die Sportwelt ein sensationelles Ereignis. Am 7. Oktober ließ sich Mercedes Gleitze um kurz vor drei Uhr morgens im französischen Griz Nez bei einer Sicht von weniger als fünf Metern ins eiskalte Wassergleiten - sieben Mal war sie zuvor schon gescheitert. Was folgte, war ein Martyrium aus Kälte, Krämpfen und Erschöpfung, bis die gebürtige Deutsche 15 Stunden später halb ohnmächtig aus dem Wasserkroch. Die 27-jährige Extremsportlerin hatte es geschafft.

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Der ,,Channel-Swim” hatte damals aber eine ähnliche Bedeutung wie eine Besteigung des Mount Everest. Und prompt wurde ihre Leistung angezweifelt: die Diskussion darüber erregte wiederum nationen-weit Aufsehen. Wilsdorf erfuhr davon - und hatte eine Idee. Seit einem Jahr war die wasserfeste Oyster auf dem Markt und immer noch verstanden die Kunden das Konzept der Armbanduhr nicht. Jetzt sah Wilsdorf seine Chance: Zur Rechtfertigung gezwungen hatte sich Gleitze bereiterklärt, den Versuch zu wiederholen. Warum sollte sie dabei nicht eine Rolex tragen? Gleitze nahm das Angebot an und wollte während ihres nächsten Versuches  eine achteckige Oyster um den Hals tragen. Eine Woche später brach sie auf, begleitet von einer Armada Schaulustiger, Journalisten und Fans. Allerdings sollte sie das andere Ufer nicht erreichen. Ende Oktober war das Wasser elf Grad kalt, und schon kurz nach ihrem Start peinigten Krämpfe die Schwimmerin. Nach zehn Stunden musste sie aufgeben: Ihr Trainer holte sie aus dem Wasser - nur elf Kilometer vor dem Ziel. Zwar verlor sie den Kampf gegen die Wellen, die Herzen der Zuschauer aber gewann sie im Sturm. Das Publikum bejubelte die Schwimmerin aus Brighton, die in bestem britischem Sportsgeist gegen die Wellen angeschwommen war. Den erstaunten Journalisten zeigte sie ihre Uhr. Was für ein sensationelles Modell konnte wohl diesen unglaublichen Beanspruchungen trotzen?

Für die damals enorme Summe von 40.000 Schweizer Franken schaltet Wilsdorf am 24. November eine Anzeige auf dem Titelblatt der berühmten Londoner Zeitung Daily Mail, um die Uhr zu erklären. Der Name Rolex war sofort in aller Munde. Für die Idee, das Gehäuse einer Armbanduhr absolut und dauerhaft wasserdicht zu machen, gebührt Hans Wilsdorf tatsächlich ein Platz im Olymp des Uhren-Universums. Denn abgedichtet gegen Staub und Schweiß wird sie erst zuverlässig und eignet sich als Zeitmesser für alle möglichen Situationen. Die 1931 begonnene Entwicklungslinie, die zur Oyster Perpetual führt, steht bis heute für die Rolex schlechthin. Und lange gab es kein Modell, das die Werte von Rolex besser verkörpert: absolute Zuverlässigkeit, Robustheit und Eleganz. Doch Wilsdorf treibt die Entwicklung weiter voran und läutet das Zeitalter der Tool-Watches ein, der technischen Uhren. Denn was liegt näher, als - ausgehend von Wasserdichtheit, Schlagfestigkeit und Präzision - Armbanduhren anzubieten, die den Bedürfnissen von Sportlern und Entdeckern gerecht werden. Den ersten Aufschlag macht der Turn-o-Graph, der eine so simple wie nützliche Funktion hat: Eine drehbare Lünette, ein Ring außen um das Uhrglas, hat eine 60er-Einteilung. Und bei „Null” einen roten Pfeil. Den kann man mit Stunden-, Minuten- oder Sekundenzeiger synchronisieren und als Startpunkt für Zeitmessungen einsetzen.

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Der große Schlag aber kommt Mitte der 50er Jahre, als ein schlaksiger französischer Marineoffizier Millionen von Menschen mit seinem Dokumentarfilm „Die schweigende Welt” das Tor zu einer neuen, abenteuerlichen und fremden Welt öffnet: der Unterwasserwelt. Die Bilder sind so fantastisch, dass damals jeder davon träumt, sich wie Jacques-Yves Cousteau mit einer Rolle rückwärts ins Wasser fallen zu lassen. Tauchen wird - mit den von Cousteau zehn Jahre vorher entwickelten Druckluftgeräten - zu einem Massensport. Für Wilsdorf und seine Leute könnte das Timing nicht besser sein: 1953 stellt die Firma die Submariner vor - ein Modell, das heute zur Mutter aller Taucheruhren avanciert ist. Kaum eine Uhr wird so begehrt sein, sooft kopiert und in ihrer Qualität dennoch nie erreicht werden. Sie ist vielleicht der größte Coup der Genfer Manufaktur. In den1950ern ist ihr Konzept revolutionär. Absolut wasserdicht bis 100 Meter Tiefe, gut ablesbar und mit einer drehbaren Lünette ausgerüstet, mit der man einfach die Tauchzeit einstellen kann, um beim Auftauchen keine gefährlichen Dekompressionsfehler zu machen.

Rolex forscht in den 50er Jahren auch an einer Extremtaucheruhr, um das Know-how für die Serienproduktion zu erweitern. Den ersten Test der „Deep Sea Special”, einer klobigen Uhr, die extremen Druck standhalten soll, führt die Crew um den Schweizer Physiker Auguste Piccard 1953 aus. Sein „Bathyscape” erreicht eine Tauchtiefe von 3150 Metern - mit einer Rolex am Tauchboot fixiert. Und am 23. Januar 1960 ist das Nachfolgemodell dabei, die Rolex „Piecard”, als Piccards Sohn Jacques in den Marianengraben im Pazifik taucht. In 11034 Metern Tiefe müssen U-Boot und Uhr das Tausendfache des normalen Luftdrucks aushalten - und bestehen den Test. Rolex kann sich damit rühmen, dass die eigenen Uhren als erste am tiefsten Ort der Erde getickt haben.

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Inzwischen, im Mai 1953, gibt der Mount Everest zum ersten Mal seinen Weg auf den Gipfel frei. 31 Jahre sind seit den ersten Besteigungsversuchen vergangen. Dem hageren Neuseeländer Edmund Hillary und seinem nepalesischen Bergkameraden Tensing Norgay gelingt die Bezwingung des höchsten Berges der Welt. Binnen kürzester Zeit gehen die Gipfelbilder des dick eingepackten Norgay um die Welt, der seinen Pickel mit Fahnen der Expeditionsteilnehmer schwenkt. Und auch auf dem Dach der Welt ist Rolex mit von der Partie. Modelle wie die Submariner oder Sea Dweller, aber auch die anderen Tool-Watches, die GMT-Uhren und die Chronographen, sind bis heute die Kassenschlager der Manufaktur. Die wenigsten werden allerdings noch so herausgefordert wie zu der Zeit, als sie neu auf den Markt kamen. Trotzdem erneuert und verbessert die Manufaktur die Modelle behutsam. Man ist sich der ikonengleichen Stellung dieser Produkte bewusst.

 Und bis heute kann eine Uhr entscheidend sein. Man muss zwar nicht gezwungen sein, einen ganzen Raumflug mit der Armbanduhr zu stoppen wie bei der Unglücksmission der Apollo 13. Es reicht schon, wenn sie als Absicherung dabei ist. Denn eine Armbanduhr kann man immer benötigen. „Etwa, weil man keine Borduhr im Flieger hat”, sagt Überschallpilot Yeager.

Dieser Artikel ist eine Empfehlung von Heitmann - A Gentleman´s Delight.

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Eingetragen am: Dienstag, Dezember 2nd, 2008
In folgender Kategorie eingetragen: Armbanduhren
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Response to “Rolex”

Armbanduhren Fan

Hallo,
wirklich eine sehr interessante Idee! Es ist sicherlich sehr schwierig, die Funktionalität einer Armbanduhr mit der gewünschten Ästhetik in Einklang zu bringen. Als ich im Internet auf der Suche nach neuen Trends war, bin ich auf die Website einer Firma aus Hannover gestoßen.
Schon die Internetpräsenz dieses Unternehmens hat mich fasziniert. Dort findet
man einen einzigartigen Uhrenkonfigurator, der es ermöglicht, seine Uhr individuell zu gestalten. Ob Armband, Zeiger oder Ziffernblatt– mit nahezu unbegrenzten Konfigurationsmöglichkeiten. Ich habe meine Uhr bestellt und bin wirklich begeistert.

Sie hat ein mechanisches Automatikuhrwerk, ein Edelstahlgehäuse und eine Glasbodenunterseite.
Natürlich ist in erster Linie die Funktionalität entscheidend, aber wenn man zu diesen Kriterien noch einen besonderen Style und ein schickes Design bekommt, macht es doch Spaß, seine Uhr als ständigen Begleiter dabei zuhaben.
Ansehen lohnt sich …!
Viele Grüße Michael

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